Geschichte
der Schule
1912:
Die Titanic sinkt - und der Stern der "Kaufmännischen Schule
Geislingen", damals noch Städtische Handelsschule Geislingen
genannt, geht auf. 50 männliche Lehrlinge setzen sich im Tagesunterricht
mit den Pflichtfächern Buchführung, Briefwechsel, Kaufmännisches
Rechnen und Handelslehre auseinander, im Abendunterricht kommen die
freiwilligen Fächer Stenographie und Fremdsprachen hinzu. Bereits
im Jahre 1913 wird der erste Antrag gestellt, auch weibliche Handelsgehilfen
und Lehrlinge zu beschulen, doch billigt man den Mädchen nur
einen freiwilligen Schulbesuch zu, soweit genug Schulraum zur Verfügung
steht.
Damit ist zugleich das zentrale Problem angesprochen, das die zunächst
kleinste Schule der Stadt Geislingen bis in das Jahr 1987 beschäftigen
wird: die Raumnot. Denn spätestens die Einführung der Mädchenschulpflicht
1923 und der damit verbundene Anstieg der Schülerzahlen verlangt
nach einem angemessenen Schulgebäude. Das erste gemeinsam mit
der Gewerbeschule genutzte Schulhaus in der Schulstr. 62 ist heute
als "Maikäferhäusle" das Jugendhaus der Stadt
Geislingen. Nach dem Auszug aus dem "Maikäferhäusle"
gibt unsere Schule in nahezu allen Schulen der Stadt eine Gastrolle,
sie wird zur Wanderschule ohne eigenes Schulgebäude. Resigniert
spricht der Chronist einer Festschrift "von einer wahren Odysse
durch die Schulhäuser der Stadt".
Während beider Weltkriege ist ein geregelter Schulbetrieb kaum
möglich. Die Schülerzahlen sind rückläufig, und
die Lehrer wechseln häufig. Im Zweiten Weltkrieg werden wegen
Kohleknappheit außerplanmäßig Ferien angesetzt. Außerdem
ist der Schulalltag durch Luftangriffe beeinträchtigt.
Mit
der Errichtung einer Höheren Handelsschule 1950 wird die erste
wichtige Weichenstellung der Nachkriegszeit vorgenommen. 9 Jahre später
kommt mit der Gründung des "Kaufmännischen Berufsschulverbandes
Geislingen an der Steige" ein weiteres Kapitel in der nunmehr
fast 50jährigen Geschichte unserer Schule hinzu. Neben Geislingen
und Wiesensteig schließen sich 27 selbständige Gemeinden
zusammen, aus denen die berufsschulpflichtigen Schüler der Kaufmännischen
Berufsschule zugewiesen werden. Aufgabe des Verbands ist die Übernahme
"aller Aufgaben, die mit dem Betrieb und der Unterhaltung der
Schule verbunden sind". 1967 wird die Höhere Handelsschule
von der Wirtschaftsschule abgelöst. Zu dieser Zeit besuchen 365
Schüler 15 Klassen. Um den Erfordernissen und Bedürfnissen
von Wirtschaft und Ausbildung dauerhaft gerecht zu werden, erweitert
die Kaufmännische Schule in den folgenden Jahren konsequent ihr
Bildungsangebot: 1968 wird ein Wirtschaftsgymnasium gegründet.
Zum Schuljahr 1976/77 folgt das Berufskolleg I und 1982/83 wird schließlich
das Berufskolleg zum Erwerb der Fachhochschulreife eingerichtet. Fünf
Schularten sind nun in der Kaufmännischen Schule vereint, die
seit dem 1.1.1974 in die Schulträgerschaft des Landkreises Göppingen
übernommen ist. Mit dem Umzug in das neu erstellte Berufsschulzentrum
in der Wölk 1987 sind alle Schularten und Klassen nicht nur verwaltungsmäßig,
sondern auch räumlich "unter einem Dach".